"OLNO 2015/16 - 6. Runde: 5,5:2,5-Auswärtssieg in Greifswald! (mit Bericht)"

Die mit Abstand weiteste Auswärtsreise der Saison bringt der ERSTEN an diesem Wochenende den mit Abstand höchsten OLNO-Sieg seit 2011. Nun gibt es auch einen ausführlichen Bericht dazu.


Autor: Christian Greiser / Thorsten Groß / Björn Steinborn



Ein imponierender Auftritt mit drei Siegen und fünf Unentschieden beim bisher unbezwungenen Tabellenzweiten. Dadurch und weil alle Konkurrenten zum Teil deutlich verloren, konnte sich die ERSTE immerhin auf den 8. Platz in der Tabelle verbessern. Hier nun der Bericht des Chronisten Björn Steinborn. Auch bei unserem Gegner, dem Greifswalder SV gibt es bereits einen Bericht, woher auch die Überschrift unseres Berichts  "geklaut" wurde.


ERSTE: Greifswald ist doch zu stoppen

Bereits am Samstag Nachmittag setzte sich unsere zehnköpfige Delegation (Die ERSTE, Non-Playing-Captain Manfred und der berichtende Schlachtenbummler) mit dem Regional-Express in Richtung Greifswald in Bewegung. Trotz arg verbesserungsbedürftiger Tabellensituation (1 Mannschaftspunkt nach 5 Spieltagen) waren sowohl die Stimmung als auch der Kampfgeist gut und nur minimal von Galgenhumor getrübt. In Greifswald angekommen, begaben wir uns zur von Achim ausgesuchten Gaststätte „Zum Alten Fritz“. Diese zeichnete sich durch angenehme Atmosphäre, eine vielseitige Bierkarte(!) und auch gutes Essen aus. Dermaßen gestärkt ging es dann zeitig ins Hotel, wo wir uns am Sonntag an der runden Tafel zum Frühstück wieder trafen. Anreise und Vorbereitung waren also bestens, so dass wir frohgemut ins Taxi zum Spielort VCH-Hotel stiegen.

Dort angekommen, gab es die erste Überraschung – Greifswald war (krankheitsbedingt) stark ersatzgeschwächt, so dass wir an einigen Brettern im DWZ-Vorteil waren. Auf der Sollseite war dafür jegliche Vorbereitung auf potentielle Gegner natürlich hinfällig geworden, während die Greifswalder sich bestens auf unsere erneut in Stammformation antretende ERSTE eingestellt hatten. Die äußeren Bedingungen waren (abgesehen von einem latenten Brummton, der uns auch davon abgehalten hatte, in diesem Hotel zu übernachten) gut, der Schiedsrichter hatte sogar Namensschilder mit DWZ- und ELO-Angabe für jeden Spieler vorbereitet – inklusive Ersatzspieler, wusste er schließlich vorher nicht, wer antreten würde.

Bereits die erste Phase des Wettkampfes war recht interessant durch einige spannende Stellungen: Hendriks Gegner war gut vorbereitet und spielte eine Variante, die für Weiß schwer zu behandeln ist und unserem ersten Brett schon gelegentlich Probleme bereitete. Inzwischen hatte unser Berliner Meister diese Theorielücke jedoch geschlossen und wusste, wie die Stellung zu einem weißen Vorteil führt. Achim stand mit Schwarz etwas unter Druck. Kai hatte eine total spannende Variante auf dem Brett mit aufgelöstem schwarzem Königsflügel – insbesondere wenn man als Kiebitz nicht weiß, dass das alles noch Theorie ist. Diese beherrschte unser Clubmeister jedoch besser als sein Gegner und kam mit Zeitvorteil aus der Eröffnung.

Frankos Partie entwickelte sich zunächst verhalten. Heinz hatte nach einigen Abtauschen erneut eine symmetrische Stellung erreicht, die jedoch sehr gefährlich war, weil auf dem offenen Brett beide Seiten mit Läuferpaar und allen Schwerfiguren viele Drohungen aufstellen konnten. Yannick stand unter Druck. Sein Gegner hatte Raumvorteil und nutzte diesen für einen gefährlichen Bauernangriff auf die Rochadestellung – das sah nicht gut aus. Ingo und Cord hatten ausgeglichene Stellungen.

Relativ früh gab es von Seiten der Greifswalder einige Remisangebote, insbesondere an ihren Schwarzbrettern. Im ersten Wettkampf der Saison hatte Fürstenwalde ähnliches probiert und (ausgerechnet) an diesen Brettern dann gewonnen, nachdem wir weitergespielt hatten. Trotz dieser leicht traumatischen Erfahrung war die Entscheidung bereits im Zug gefallen – wir fahren nach Greifswald, um zu kämpfen und zu gewinnen! Der Kampfgeist stimmte und daher dauerte es auch einige Zeit, bis die ersten Bretter entschieden waren. Es waren dies Cord und Franko mit zwei Remisen. Bei Frankos Partie war nach Auflösung der Spannung im Zentrum die Luft raus. Leider sah es zu diesem Zeitpunkt nicht sehr gut für uns aus.

Yannick war weiter stark unter Druck – er musste Material geben (2 Leichtfiguren gegen T + 2 Bauern). Sein Gegner griff trotzdem mit 4 Figuren Yannicks König an. Kai verlor etwas den Faden, sein Gegner konnte sich aus seinem Druck befreien und drohte in ein Endspiel mit Läuferpaar gegen Springerpaar zu gelangen. Gegenseitige Remisangebote waren abgelehnt worden. Zu diesem Zeitpunkt lief es eher auf ein 4:4 hinaus, unsere Hoffnungen hierfür ruhten vor allem auf Hendrik und Ingo, der trotz Schal und Mütze eine souveräne Ausstrahlung verbreitete.

Dann kippte der Kampf: Yannicks Gegner patzte und stellte einzügig einen Turm ein. Yannick sah es jedoch leider nicht. Auswirkungen hatte dies trotzdem, denn Yannicks Gegner hatte nun sein Selbstvertrauen verloren und bot entnervt in besserer Stellung Remis – Dusel gehabt. Auch Heinz machte Remis. Ingo konnte mit seiner Dame in die gegnerische Stellung einbrechen und gewann mit nur einer verbliebenen Minute auf der Uhr.

Nun sah es gut aus. Hendrik hatte einen Mehrbauern, den er verwerten konnte. Achim lehnte ein Remisangebot ab, musste nach einem ungenauen Zug aber einen Angriffsspringer tauschen und willigte dann doch in die Punkteteilung ein. Es stand 4,5:2,5, der Wettkampf war gewonnen! Nur Kais Partie lief noch. Er hatte einen starken Springer gegen einen schwachen Läufer und sammelte Bauern ein. Die spannendste Frage war nun – schaffen wir noch unseren Zug um 16:40 Uhr? Schafften wir, da der Gegner einen Hinweis seiner Mannschaftskameraden erhielt und fairerweise die verlorene Stellung aufgab.

Es reichte sogar noch für einen Spaziergang zum Bahnhof nebst kollektivem Überfall auf die ortsansässige Dönerbude. Auf der Rückfahrt hörten wir, wie die deutsche Handballmannschaft im EM-Finale fast so erfolgreich war wie die ERSTE in Greifswald.

Der Kampf um den Klassenerhalt geht weiter!

 





 

Mannschaft

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

 

Sp

MP

BP

1.

Schachfreunde Berlin II

 + 

4

 

 

 

5

 

6

11

28

2.

SK König Tegel II

 + 

 

4

5

6

 

 

 

6

9

29½

3.

TuS Makkabi Berlin

4

 

 + 

 

 

 

6

9

27½

4.

Greifswalder SV

 

4

 + 

 

 

4

 

6

8

24

5.

TSG Neuruppin

 

3

 

 + 

5

 

 

6

6

29

6.

TSG Oberschöneweide

 

2

 

3

 + 

 

 

6

6

23

7.

SC Empor Potsdam

 

 + 

 

 

 

6

4

22

8.

SC Weisse Dame

 

 

 

 + 

4

 

6

3

22½

9.

ESV Lok RAW Cottbus

3

 

4

½

 

 + 

 

 

6

3

19

10.

BSG Pneumant Fürstenwalde

 

 

4

 

 + 

 

6

1

15½



30.01.2016/TG

Die Mannschaft ist inklusive Fanclub bereits am Samstag angereist, so dass wenigstens bei der Anreise nichts mehr schief gehen kann. Wie das Spiel gegen den Tabellenzweiten ausgegangen ist, wird an dieser Stelle berichtet oder kann beim
Ergebnisdienst nachgelesen werden.

Vor der 6. Runde sieht die Tabelle folgendermaßen aus:

 

Mannschaft

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

 

Sp

MP

BP

1.

Schachfreunde Berlin II

 + 

 

4

 

 

?

5

 

5

9

23½

2.

Greifswalder SV

 

 + 

4

 

 

4

?

 

5

8

21½

3.

TuS Makkabi Berlin

4

 + 

 

 ?

 

 

 

5

7

23

4.

SK König Tegel II

4

 

 + 

6

5

 

 

?

 

5

7

23

5.

TSG Oberschöneweide

 

 

 ?

2

 + 

3

 

 

5

6

19½

6.

TSG Neuruppin

 

 

3

5

 + 

 ?

 

 

5

4

21½

7.

SC Empor Potsdam

?

 

 + 

 

 

 

5

4

18½

8.

ESV Lok RAW Cottbus

3

4

 

?

 

 + 

 

 

5

3

18½

9.

SC Weisse Dame

?

 

 

 

 + 

4

 

5

1

17

10.

BSG Pneumant Fürstenwalde

 

 ?

 

 

4

 + 

 

5

1

14



Kontakt/Impressum

administration