"BMM 2015/16 - 6. Runde: Narretei nach Aschermittwoch (2. Aktualisierung)"

Karnevalsstimmung bei der ZWEITEN, Katzenjammer dahinter: Die 3:9 Mannschaftspunkte sind die schlechteste Ausbeute der bisherigen Saison. Das hält die DRITTE aber nicht davon ab, den ersten Bericht zu veröffentlichen, die ZWEITE und FÜNFTE ziehen nach - ebenso die VIERTE ...


Autor: Christian Greiser / Johannes Stöckel / Stefan Prange /Vincent Kather


Anders als es die Tabelle suggeriert, fanden alle Begegnungen auswärts statt. Dabei erwies sich nur Lichtenberg als gutes Pflaster.


Bilanz nach der 6. Runde
                         
  6. Spieltag     Platz MP Brettpunkte
WeDa 2 5,5 : 2,5   SG Lichtenberg 1. 11 : 1 32,0 / 48
WeDa 3 2,0 : 6,0   SF Friedrichshagen I 8. 4 : 8 20,5 / 48
WeDa 4 3,0 : 5,0   SV Berolina Mitte III 8. 5 : 7 22,0 / 48
WeDa 5 3,5 : 4,5   SC Kreuzberg VII 6. 5 : 7 23,5 / 48
WeDa 6 0,5 : 7,5   SF Friedrichshagen II 5. 6 : 6 19,0 / 48
WeDa 7 3,0 : 3,0   SC Kreuzberg X 6. 4 : 8 13,5 / 36
BP 17,5 : 28,5      gesamt:       130,5 / 276
MP 3,0 : 9,0      gesamt: 35 : 37      
 
 



Die ZWEITE belegt nach dem Auswärtserfolg weiterhin den 1. Platz und sieht mit Spannung dem Spitzenspiel gegen Rehberge in der nächsten Runde entgegen.

Die DRITTE trennt nach einer deutlichen Niederlage nur noch ein Platz und ein Mannschaftspunkt von einem Abstiegsrang.

Die VIERTE rutscht ebenfalls auf den 8. Platz ab. Der Vorsprung auf den 9. Platz beträgt zwar noch 3 Mannschaftspunkte
, doch angesichts des Restprogramms sollte gegen den Tabellenletzten in Runde 7 tunlichst doppelt gepunktet werden.

Die FÜNFTE bleibt zwar auf dem 6. Rang, doch der Vorsprung auf die Abstiegsränge schmilzt auf 2 Mannschaftspunkte
zusammen.

Die SECHSTE leistet sich diesmal die höchste Niederlage, kann das aber angesichts des Tabellenstands auch.

Die SIEBTE kann mit ihrem 3:3 immerhin einen kleinen Beitrag zur Aufbesserung der Gesamtbilanz leisten.



VIERTE: Verpatzte Chance, die den Klassenerhalt nicht erleichtert

Bericht von ML Vincent Kather

Wie auch in den letzten Kämpfen war die VIERTE leider auch diesmal wieder stark von Spielerausfällen geschwächt. Glücklicherweise konnte die FÜNFTE uns jedoch mit reichlich Aushilfespielern versorgen, sodass wir auch zu acht antreten konnten. Umgeben von vielen anderen Mannschaftskämpfen im Café "en passent" stimmte die schachliche Atmosphäre und lud zu spannenden Partien ein.

In der Anfangsphase fiel mir relativ früh auf, das mein Vater Willy früh in Zeitnachteil geriet, nachdem er sich auf eine scharfe Variante seines Gegners einließ und den ein oder anderen Angriffszug anscheinend übesehen hatte. Der Zeitnachteil wurde immer gravierender und als Willys Gegenspieler auch noch eine Leichtfigur opferte, ließ die Aufgabe nicht lange auf sich warten. 0:1

Unsere beiden Verstärker aus der FÜNFTEN waren die nächsten bei denen Ergebnisse fielen. Oliver machte nach einer ruhig verlaufenen Partie gerechtfertigt remis und Thomas war leider nicht in der Lage sein unsauberes Spiel vom Partieanfang wieder gutzumachen und verlor nach langem Kampf. 0.5:2.5

Meine Laune verschlechterte sich weiter, denn bei einem Blick auf Gerds Brett sah ich, dass auch dieser seinem Gegner nicht standhalten konnte und ihm unterlag. 0.5:3.5

Mir war leider in der Eröffnung ebenfalls bei einer Zugumstellung ein Fehler unterlaufen, der mich einen Bauern kostete. Nach langem Ringen konnte ich in einen Abtausch abwickeln, der in ein Bauernendspiel mit Läufer gegen Springer und einem Minusbauern resultierte. Bei einem Blick auf die anderen Bretter sah ich, dass Kevin kurz davor war seine Initiative in einen massiven Königsangriff umzuleiten, dem der Gegner wenig entgegensetzen konnte. Dr. Nuristani verfügte über eine Mehrfigur im Schwerfigurenendspiel und Wiktor war wie gewohnt noch in einer komplizierten Mittelspielstellung. Da Wiktor jedoch in vergangenen Partien schon sein Durchhaltevermögen demonstriert hatte, bot ich remis, im Hinterkopf an die Niederlage vor zwei Mannschaftskämpfen denkend, welche das Ergebnis davon war, dass ich die Stellung damals überzog. 1:4 also, es begann das Bangen.

Kevins Angriff war ein Feuerwerk, bei dem sein Gegner nur erstaunt zusehen konnte, mit einem grandiosen Schachmatt als Abschluss. Wieder einmal eine starke Leistung vom Nachwuchstalent. 2:4

Die Zeitnotphase passierte und in beiden Partien vereinfachten sich die Stellungen. Dr. Nuristani erhöhte seine Dominanz am Königsflügel mit der Suche nach Mattmotiven. Ihm entging allerdings dabei - leider mehrfach - die Möglichkeit die Schwerfiguren abzutauschen und den Vorteil einer Leichtfigur im Bauernendspiel auszuspielen. Sein Gegner konnte dabei mehr und mehr Gegenspiel erlangen und sogar noch seine eigenen Bauern nach vorn bringen, bis Dr. Nuristani letzten Endes eine Abwicklung übersah und die Partie aufgeben musste. 5:2

Ich informierte Wiktor, welcher zu diesem Zeitpunkt gerade ein Remisangebot bekommen hatte, dass der Kampf gelaufen sei und er nach eigenem Ermessen entscheiden könnte. Bei einer Restzeit von 4 Minuten (ohne Inktrement!) und ohne Materialvorteil entschied er sich jedoch weiter zu spielen. Er trieb seinen Freibauern weiter vor und konnte nach einer Unachtsamkeit seines Gegners ein bilderbuchartiges Mattmanöver einleiten; erste Sahne! Super Kampfgeist, der halbe Brettpunkt könnte vielleicht noch wichtig werden. 5:3

Alles in allem schade; die Einzelleistungen haben am vergangenem Sonntag einfach nicht ausgereicht um den Gegner zu dominieren. Die fehlenden Stammspieler sowie die abgegebene Hilfe an höhere Mannschaften waren letzten Endes dann eine doch zu gravierende Schwächung, Schade. Trotzdem ist mit einem Abstand von 3 Mannschaftspunkten ein gesunder Puffer zu den Abstiegsplätzen vorhanden. Wir sollten dennoch versuchen in den nächsten Mannschaftskämpfen soviel wie möglich an Punkten mitzunehmen.





DRITTE: „The trend is not our friend!“

Fotobericht von Christian Greiser

Gerade wenn es besonders viele schlechte Nachrichten bekannt zu machen gilt, empfehlen die einschlägigen Public-Relation-Experten mit mindestens einer positiven Meldung zu beginnen. So sei es denn!

Die Grundstimmung in der DRITTEN ist klar besser als die aktuelle Lage in der Tabelle; gefühlt liegen wir in dieser Wertung auf einem Aufstiegsplatz. Dies kann der Tatsache entnommen werden, dass sich immerhin sieben der acht Spieler zur Nachbesprechung in der sehr empfehlenswerten Speisegaststätte „Zum alten Fritz“ (Bölschestr. 104/Ecke Myliusgarten, 12587 Berlin) versammelten, um den angestauten Frust des schachlichen Alltags zu verarbeiten.

Zum ersten Mal dabei war übrigens Josef Gelman, der sich problemlos in die Fabuliererei der etablierten Stammkräfte einfügte und – genau wie diese – reihenweise gute, aber auch weniger gute Vorschläge unterbreitete. Dafür, dass bei dieser Gelegenheit die eigentlich notwendige Benachrichtigung seiner Mutter hierbei der guten Stimmung vor Ort zum Opfer fiel, bitten wir um Nachsicht. Dafür gibt es – als kleine Entschuldigung – ein schönes Foto von Josef mit den TopDrei der DRITTEN.


Foto CG - von links nach rechts: Manfred – Josef – Heinz – Thomas

 

Kleine Vorwarnung: von nun an geht's bergab – anfänglich noch ein wenig gebremst, zum Ende hin wird's rasant.

Den Auftakt machte zu seinem größten Leidwesen der Mannschaftsleiter; Gerd Biebelmann hatte am 4. Brett einen rabenschwarzen Tag erwischt und sich bereits in der Eröffnung „verfranst“. Irgendwann war eine ganze „Puppe“ weg und die Partie aufgabereif. 0:1

Allerdings fiel der Ausgleich so kurz danach, dass der erste Schrecken schnell verflog. Der Berichterstatter hatte mit seinem „Alt-Herren-Schach“, wie es die Mannschaftskollegen in der Nachbesprechung so überaus freundlich formulierten, seinem Gegenüber Dr. Graubaum eine „altersgerechte“ Falle gestellt. Wir können jedoch ziemlich sicher sein, dass auch noch der ein oder andere jüngere Spieler sich hätte verlocken lassen; vgl. nachstehendes Diagramm.

 

Stellung nach dem 18. Zug … Dg5

Dr. Hans-Joachim Graubaum (FrHa, DWZ 1954)

Christian Greiser (WeDa, DWZ 1941)

Weiß zieht und gewinnt - die Lösung wird am Berichtsende verraten. 1:1


Ein kurzer Blick auf die verbliebenen Stellung verhieß noch nichts wirklich Schlechtes, hatten doch die drei Spitzenbretter leicht bis deutlich bessere Stellungen, die beiden letzten Bretter schienen ausgeglichen.

Einzig Thomas „Tommy“ Kögler war als Sorgenkind auszumachen, was sich dann leider auch recht schnell bewahrheitete. Ein Minusbauer in Verbindung mit einer schlechten Stellungsstruktur wären auch mit viel Kampfgeist nur schwer zu reparieren gewesen. Dies gelang unserem erkältungsgeschwächten Brett 6 heute nicht. 1:2


Foto CG: Ronald Schult (DWZ 1968) vs Tommy Kögler (DWZ 1896) 1:0


Der ebenfalls sichtbar verschnupfte Manfred Lenhardt (Brett 3) konnte mit seinem Läuferpaar im Endspiel keinen Vorteil herausarbeiten; die Konstellation L-L-6B gegen L-S-6B bot mangels Schwächen im gegnerischen Lager keine ernsthaften Angriffspunkte, so dass die Punkteteilung in Ordnung ging. 1,5:2,5

 


Foto CG: Manfred Lenhardt (DWZ 2076) vs Thomas Frübing (DWZ 2035) remis

 

Die nächste – und auch schon letzte – Punkteteilung gab es am 8. Brett, an dem Josef eine gedrückte Stellung verwaltete, die weder ihm noch seiner Gegnerin Siegchancen bot. 2:3

 


Foto CG: Stephanie Rudolph (DWZ 1717) vs Josef Gelman (DWZ 1875) remis

 

Jetzt noch das dicke Ende; eingeleitet wurde es – unfreiwillig – von Heinz Wirth (Brett 2), der aus einer zunächst verwirrenden Stellung (vgl. nachstehendes Diagramm) heraus von seinem Gegner nach diversen beiderseitigen Irrungen und Wirrungen eine richtig gute Gelegenheit serviert bekam (Abtausch der eigenen Dame gegen die beiden gegnerischen Türme bei offener gegnerischer Königsstellung). Allerdings traute Heinz dem Braten nicht - vermutlich zu Unrecht, wie die ersten Analysen ergaben. Statt dessen überlegte er sich eine trickreiche Springergabel, die dann aber ganz profan an einem Schlagfall (mit Schachgebot!) scheiterte; das hatte er übersehen. Aus einem denkbaren Sieg wurde so eine tragische Niederlage. 2:4

 


Foto CG: David Osten (DWZ 1951) vs Heinz Wirth (DWZ 2006) 1:0

 

Nun hätte es schon zweier Wunder bedurft, um noch etwas Zählbares mitzunehmen. Nachdem allerdings Jörg „Yogi“ Francke kurz vor der ersten Zeitkontrolle in gegnerischer Zeitnot seinen wertvollsten Besitz, einen Freibauern auf der A-Linie, kompensationslos an seinen Gegner abgegeben hatte, zerfiel seine Stellung zusehends und das Ende nahte in Form eines Matts. 2:5

Auf dem nachstehenden Foto ist der Moment zum Greifen nahe, in dem sich Schwarz nach gerade ablaufendem Läufertausch auf e3 (mit Schachgebot!) anschließend den A-Bauern einverleiben wird.

 


Foto CG: Jörg Francke (DWZ 1852) vs Björn Frank (DWZ 1969) 0:1

 

Spätestens jetzt hätte die leicht konsternierte Mannschaftsleitung Thomas Heerde am 1. Brett einen deutlichen Hinweis geben müssen, dass sein „Auf-Gewinn-spielen-müssen“ ein Ende haben sollte und die Punkteteilung in Ordnung geht. Dies geschah jedoch nicht und so kam es, wie es kommen musste. In einer trotz ungleichfarbiger Läufer noch sehr unklaren Stellung überzog Thomas mit einem Qualitätsopfer, wobei er zu allem Übel auch noch einen kleinen Trick übersah, der ihn sofort den verbliebenen Läufer kostete. 2:6

Der wahrscheinlich letzte ernsthafte Gewinnversuch war im nachstehenden Diagramm das Schlagen auf f5 mit dem e4-Bauern, was Thomas aber nicht in Erwägung zog, weil ihm die gegnerischen Chancen danach zu groß erschienen. Schade!

 


Foto CG: Thomas Heerde (DWZ 1945) vs Charlie Gräfe (DWZ 2025) 0:1

 

Viele Unzulänglichkeiten (Kräfteverschleiß, Unkonzentriertheiten, Rechenfehler) führten heute in Summe zu einem traurigen Ende, das in dieser Höhe sicher zu deutlich ausfiel; aber eines bleibt festzuhalten – der Abwärtstrend setzt sich fort und muss sehr schnell gestoppt werden.

 

Die Rätselauflösung lautet: 19. f4!!


Dr. Hans-Joachim Graubaum (FrHa, DWZ 1954)

Christian Greiser (WeDa, DWZ 1941)

Das von Schwarz anvisierte Mattfeld g2 wird vom Turm auf a2 überdeckt und gleichzeitig hängen drei schwarze Figuren (D – T L). Am Ende wird mindestens ein ganzer Turm verloren gehen, was sich Schwarz nicht mehr zeigen lassen wollte.




FÜNFTE: Ernüchternde Schlappe gegen Kreuzberg VII
Bericht von Johannes Stöckel

Beim SC Kreuzberg liebt und lebt man Schach. Das wurde beim Gastspiel zweier unserer Mannschaften einmal mehr deutlich, u.a. an der Ausschilderung der Paarungen (mit Vereinslogo des SC Weisse Dame!) und am Kopierservice für die Spielberichte. Herzlich auch Begrüßung und Small-Talk neben dem Brett - hart dagegen der Kampf auf dem Brett ...

Zwar hatten Mannschafts- und Spielleiter gewarnt, jedenfalls geäußert, man dürfe den Gegner nicht unterschätzen, doch eigentlich schienen die Kräfteverhältnisse klar verteilt: Die Narrenkappe hatte der SC Kreuzberg auf -  schließlich standen bislang 5 Niederlagen zu Buche - die Bürde des Favoriten trug der SC Weisse Dame. Entsprechend unbekümmert spielte Kreuzberg auf: Zu verlieren gab es nichts mehr, mit einem Überraschungserfolg konnte man dagegen noch einmal nach einem Strohhalm bzgl. eines Klassenerhalts greifen.

Unbekümmert spielte insbesondere die Kreuzberger Jugend an den Brettern 7 und 8 auf. Entwickelte sich das Geschehen in der 1. Stunde an der Mehrzahl der Bretter verhalten, so brannten hinten bereits die Bretter. Dabei ließ sich Porat (Brett 8) von einem Angriff überrumpeln und konnte froh sein, durch Dauerschach noch einen halben Punkt zu retten. An Brett 7 schien Rafet in offener Stellung über gute Angriffsaussichten zu verfügen, doch in bemerkenswerter Manier drehte sein Gegner den Spieß Zug um Zug um und Rafet musste schließlich die Waffen strecken: 0,5:1,5.

An Brett 6 wurde Heinz, auf welche Art auch immer, offensichtlich Opfer seines Zeitmanagements, letztes bekanntes Zwischenfazit des Berichterstatters jedenfalls: Stellung ausgeglichen, Zeitbudget katastrophal (sogar im negativen Bereich der nicht einmal strengen "Stöckelskala" gewissermaßen ... ). Das gleiche galt auch an Brett 2, jedoch für den Spieler von Kreuzberg. Eröffnungsexperimente unter horrendem Zeitaufwand und das Übersehen einer Blöße in Björns Stellung führten dazu, dass letzterer sich mit seiner Art, "einfach" Schach zu spielen, am Ende durchsetzte: 1,5:2,5.

Immer noch im Rückstand, wo blieb sie denn nun, die Überlegenheit des "Favoriten"? Keine Ahnung, was - unfreiwillig - auf der Strecke blieb, waren hingegen die "Qualitäten" unserer Spieler an den Brettern 1 und 5. Leon (Brett5) wurde dieses Handicap dann auch im Endspiel zum Verhängnis: 1,5:3,5.

Zum Siegen verdammt waren wir nun also an den verbliebenen Brettern. Die Stellung von Johannes an Brett 3 war scharf und wurde als leicht vorteilhaft für ihn eingestuft. In einer Zeitnotschlacht übersah er jedoch eine gefährliche Fesselung und zu allem Überfluss dann auch noch eine Rettungsmöglichkeit nach Patzer des Gegners. Hoffnungsloses Endspiel oder Matt (Letzteres trat ein) lauteten danach die Punktlosigkeit bedeutenden Alternativen: 1,5:4,5.

Nur noch Ergebniskosmetik waren dann die zweifelsohne hübschen Siege an den Brettern 1 und 4 von Guido & Guido: Guido W. hatte im Schwerfigurenendspiel bereits eine Bauernmehrheit und lockte den Gegner dann mit einem Bauern- und Turm-"Opfer" in eine Mattfalle, in die der Gegner sehenden Auges spazierte, da es ohnehin nichts mehr für ihn zu verlieren gab. Guido F. hatte als Kompensation für die Qualität einen gedeckten Freibauern und brachte den Gegner mit brilliantem Figurenspiel in eine ausweglose Lage. Bei dem Versuch, den Seinen zu Hilfe zu eilen, geriet dann auch dieser König des Gegners in eine Mattfalle: 3,5:4,5.

Nach dem Match knallten bei den Kreuzbergern trotz guter Stimmung zwar nicht die Sektkorken, dafür zerdepperte einer jedoch seine Trinkflasche: Ein Scherbenhaufen wie unsere Hoffnungen auf einen vorzeitigen Klassenerhalt. Das Fazit ist nicht neu: Die 1. Klasse ist für den Kader der FÜNFTEN hart und statt dem Ende der Saison entspannt entgegen zu sehen, müssen wir nun wieder von Spiel zu Spiel denken.



ZWEITE: Weiter auf Kurs
von Stefan Prange

Am 6. Spieltag ging es für die ZWEITE auswärts gegen die SG Lichtenberg. Es war lange Zeit ein ausgeglichener Kampf - auch nach 2 oder 3 Stunden war noch keine klare Tendenz zu erkennen. Das Ergebnis von 2,5 zu 5,5 Punkten sieht deutlicher aus, als es zwischenzeitlich vom Kampfverlauf zu vermuten war.

Die erste Entscheidung des Tages fiel an Brett 2: Peter trennte sich gegen Fabian Wilde mit einem Remis (0,5:0,5), nachdem sich frühzeitig die Damen getauscht hatten.

Die Partie von Thorsten gegen Thomas Neumann endete als nächste Partie ebenfalls Remis (1:1). Thorsten gewann frühzeitig einen Bauern, nach einer Unkonzentriertheit war der Mehrbauer aber kurz darauf wieder weg. Dabei konnte Thorsten noch froh sein, dass sein Gegner einen Qualitätsgewinn übersah. Trotzdem schien seine Stellung lange Zeit aussichtsreich, aber schließlich trennte man sich im Turmendspiel remis.

Ralf hatte ein frühes Remis-Angebot von Alexander Heinze abgelehnt und als Weißer im Königsinder mit entgegengesetzten Rochaden sein positionelles Druckspiel immer mehr verdichtet. Mit einem kleinen taktischen Witz konnte er die Früchte seiner Arbeit einsammeln (1:2).

Dann ging es Schlag auf Schlag: Wolfram hatte gegen Kai Freudenstein lange Zeit starken Angriff auf den König, doch sein Gegner hat sich erfindungsreich verteidigt. Zeitweise sah es so aus, als ob  beide auf Gewinn stehen. Wolfram zog schließlich die Reißleine und machte Remis durch Dauerschach.

Sebastian hatte fast zeitgleich mit Wolfram gegen Reinhard Bandlow Remis gemacht. Als Schwarzer konnte er zwar eine etwas bessere Stellung erreichen, es reichte aber nicht zum Gewinn (2:3).

Martin spielte gegen Dirk Gros eine starke Angriffspartie mit mehreren Figurenopfern. Zeitweise kam es mir so vor, als ob bei Martin nach Erreichen der Gewinnstellung die Konzentration nachließ – zum Glück habe ich es falsch eingeschätzt und Martin gewann (2:4).

Ich selbst stand mit Schwarz im Mittelspiel gegen Tino Goerke deutlich schlechter und konnte mit einer kleinen Kombination 2 Figuren gegen einen Turm gewinnen. Dass ich danach immer noch die schlechtere Stellung hatte, zeigt wie schlecht ich vorher gestanden haben muss. In Zeitnot haben wir beide einen klaren Gewinn für Weiß übersehen. Als mein Gegner mir Remis bot, stand ich wahrscheinlich schon ein bisschen besser, aber 2,5:4,5 ist auch ein Argument, also Remis.

Davids König stand zunächst optisch bedenklich im Kreuzfeuer einer Dame-Läufer-Batterie auf der langen Diagonale, aber sein Gegner Matthias Bandlow konnte daraus nichts Zählbares herausholen. Schließlich konnte er ihn im Springerendspiel mit seinem Mehrbauern niederringen.

Mit dem finalen 2,5:5,5-Ergebnis konnten wir unsere Spitzenposition in der Stadtliga B behaupten. Der nächste Kampf gegen BSC Rehberge 1945 (10 MP und 30,5 BP – wir haben 11 MP und 32 BP) wird wahrscheinlich der entscheidende Kampf um den Aufstieg in die Landesliga werden, denn alle anderen Mannschaften liegen deutlich zurück.




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