"BMM 2015/16 - 7. Runde: Auf Regen folgt Sonnenschein (2. Aktualisierung)"

Während sich das Wetter damit noch Zeit lässt, spiegelten sich die 7:1 Mannschaftspunkte - 6. und 7. Mannschaft waren spielfrei - nach der für die meisten Mannschaften deprimierenden 6. Runde in überwiegend heiteren Mienen beim Postludium wider. Nun liegen alle vier Wetter-Berichte vor.


Autor: Johannes Stöckel / Heinz Wirth / Ralf Mohrmann / Wiktor Pronobis


 
Die in dieser Saison bislang im Dauerhoch befindliche ZWEITE macht einen großen Schritt Richtung Aufstieg und sonnt sich nach dem knappen Erfolg im Spitzenspiel gegen Rehberge weiterhin auf dem 1. Platz.

Bei der DRITTEN haben sich die dunklen Wolken nach einer Punkteteilung noch nicht ganz verzogen, doch hat man es in der eigenen Hand, pünktlich zum kalendarischen Frühlingsanfang mit einem Sieg gegen den SV
 Mattnetz das Abstiegsgespenst zu vertreiben.

Die VIERTE sichert sich dank eines knappen Siegs beim punktlosen Tabellenletzten den Klassenerhalt und vermied damit - auch dank eines kampflosen Punktes - eine ähnliche Blamage wie die der FÜNFTEN in der vorherigen Runde.


Aufatmen kann auch die FÜNFTE, die nach einem souveränen Erfolg den Klassenerhalt wohl nur rechnerisch noch verpassen kann. 



Bilanz nach der 7. Runde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7. Spieltag

 

 

Platz

MP

Brettpunkte

 BSC Rehberge I

3,5

:

4,5

 

WeDa 2

1.

13

:

1

36,5

/

56

 SC Friesen L'berg II

4,0

:

4,0

 

WeDa 3

8.

5

:

9

24,5

/

56

 BSC Rehberge II

3,5

:

4,5

 

WeDa 4

6.

7

:

7

26,5

/

56

 Hertha/Eckbauer III

2,5

:

5,5

 

WeDa 5

5.

7

:

7

29,0

/

56

  spielfrei

 

 

 

 

WeDa 6

6.

6

:

6

19,0

/

48

  spielfrei

 

 

 

 

WeDa 7

7.

4

:

8

13,5

/

36

BP

13,5

:

18,5

 

 

 gesamt:

 

 

 

149,0

/

308

MP

1

:

7

 

 

 gesamt:

42

:

38

 

 

 







ZWEITE: Sehr knapper 4,5:3,5 Sieg im Spitzenduell gegen Rehberge
Bericht von Ralf Mohrmann

Am 7. Spieltag spielten wir als Tabellenführer gegen unseren Verfolger die BSC Rehberge 1945. Das Match war auch richtungsweisend für den Aufstiegskampf in der Stadtliga Staffel B. Entsprechend hatten beide Mannschaften Ihre besten Aufstellungen aufgeboten, um Ihre ganze Kraft in die Waagschale zu werfen.

Der Auftakt des Spieles sah es recht gut für uns aus, weil in vielen Stellungen leicht positionelle Vorteile für uns zu erkennen waren. Als erstes endete die Partie von Peter an Brett 3. In einer Katalanischen Eröffnung einigte er sich mit seinem Gegner im Mittelspiel auf remis, nachdem sich ein Figurengewinn als Fata Morgana entpuppte.

Danach kippten einige Stellungen gegen uns und es wurde kritisch. Am 8. Brett spielte Wolfram gegen den (nachgemeldeten) stärksten Spieler unseres Gegners. In einem offenen Schlagabtausch geriet er aber immer mehr unter Druck und musste schließlich die Waffen strecken. Auch die nächste Entscheidung fiel an Brett 1 gegen uns. Alexander hatte lange Zeit eine ausgeglichene Stellung. Allerdings konnte dann sein Gegner mit dem Turm auf die 2. Reihe eindringen und Alexander bezwingen. Stand 0,5:2,5

Für einen Lichtblick sorgte dann Martin an Brett 4, der eine Sizilianische Partie spielte. Mit aggressivem Angriffsschach überrannte er Helmut Schöffler und verkürzte den Rückstand. Einen weiteren Punkt konnte am Brett 6 der Berichterstatter erzielen. In einer nicht ganz klaren Königsindischen Partie, übersah mein Gegner einige taktische Drohungen und verlor in Folge dessen. Kurz danach musste Thorsten an Brett 2 seine Partie aufgeben, weil die taktischen Drohungen von Altmeister Kauschmann nicht mehr zu parieren waren. Gespielt wurde hier eine scharfe Variante der Französischen Verteidigung. Stand 2,5:3,5

Beide noch offenen Partien standen aber gut für uns. Stefan hatte an Brett 5 mit Weiß ein angenommenes Damengambit gespielt und stand aus der Eröffnung heraus besser. Im Laufe der Zeit konnte er seinen Materialvorteil ausbauen und gewann dann sehr souverän. Lukas hatte an Brett 7 zunächst in der Eröffnung einem Bauern verloren, dann aber eine Figur gewonnen. Das Umsetzen der Mehrfigur im Endspiel T+S+3B gegen T+4B erwies sich als technisch schwierig. Lukas löste das sehr geduldig und führte uns damit zum Sieg in diesem wichtigen Mannschaftskampf: Endstand 4,5:3,5

Damit stehen wir mit 3 Mannschaftspunkten Vorsprung an der Tabellenspitze und benötigen noch 2 MP aus den letzten beiden Spielen, um den Aufstieg abzusichern. Das erfordert weitere Konzentration, erscheint aber als realistisches Ziel.





Dritte: Drama in drei Akten

Bericht von Heinz Wirth

Die DRITTE führte mit der Zweiten von Friesen Lichtenberg ein unterhaltsames Drama in drei Akten auf:

Es begann mit drei relativ schnellen Remisen an den Brettern 6 bis 8. Tommy, Ulrich und Claudio (in dieser Saison erstmals für die Dritte am Start; vielen Dank dafür) einigten sich mit ihren Gegnern frühzeitig auf eine friedliche Punkteteilung. Am Ende des ersten Akts stand es ausgeglichen 1,5:1,5.

Es folgte der zweite Akt, der eine Tragödie für uns befürchten ließ. Mirza und ich spielten quasi spiegelbildlich verfehlte, schwächende Bauernzüge, die in beiden Fällen zu einem raschen Untergang führten. Mirza probierte es mit b7–b5, was zu empfindlichen Felderschwächen führte. Sein Versuch, mit einem Bauernopfer Gegenspiel zu erlangen, blieb erfolglos. Der Verlust war nicht mehr aufzuhalten. Noch fragwürdiger war meine Entscheidung, g7–g5 als prophylaktischen Zug zu spielen. Die Schwäche am Königsflügel war nicht mehr zu reparieren. Trotz Qualle-Opfer konnte ich den Angriff meines Gegners nicht entschärfen und musste schließlich kurz vor dem Matt aufgeben. Am Ende des zweiten Aktes stand es also 3,5:1,5 für Friesen.

Die verbleibenden Partien sahen zwar interessant aus, aber große Hoffnungen hatte ich nicht mehr. Doch nun kam der dritte Akt. Thomas hatte am ersten Brett in zeitweise recht unübersichtlicher Stellung und beiderseitiger Zeitnot die Ruhe behalten und seinen Vorteil langsam ausgebaut. Von Opferangeboten seines Gegners ließ er sich nicht irritieren. Der volle Punkt war der verdiente Lohn seines überzeugenden Spiels. Manfred hatte sich solide aufgebaut und kleine Ungenauigkeiten seines Gegners zu einer vorteilhaften Stellung ausgenutzt. Nach einem Materialgewinn wehrte er den Versuch einer Gegenoffensive ab und gewann nach einem Opfereinschlag im Mattangriff. Eine sehr starke Vorstellung. Wir sind vor dem Finale des Dramas, es steht nun wieder Unentschieden 3,5:3,5.

Es spielte noch Gerd, unser amtierender Mannschaftskapitän, der dankenswerterweise wieder für Torsten eingesprungen war. Das Endspiel mit Turm und Läufer auf beiden Seiten und einem Minusbauern für Gerd ist schwierig, aber Gerd verteidigt sich kreativ und hartnäckig und macht das Unmögliche möglich: Remis und damit 4:4. Ende des Dramas, Applaus der dankbaren Mannschaftskameraden.

Auffallend: an den ersten vier Brettern wurden alle Partien entschieden, die letzten vier Bretter waren diesmal relativ friedlich gestimmt.

Wichtig für die Mannschaft: der eine Mannschaftspunkt kann für das Ziel Klassenerhalt noch eine große Rolle spielen.



Vierte: Entscheidende Punkte gesichert
von Wiktor Pronobis

Die Tabellensituation: In den letzten zwei Runden erwarten uns mit SC Kreuzberg 5 und TSG Oberschöneweide 3 starke Gegner, sodass wir gegen den Tabellenletzten mit 0 MP unbedingt gewinnen mussten, um den Klassenerhalt zu sichern.

Zugute kam uns dann auch der kampflose Punkt an Brett 5. Ansonsten entwickelten sich alle Partien recht langsam. Eine erste Entscheidung bahnte sich bei Gerd an. Seine Figuren standen passiv und der Gegner hatte einen gefährlichen Zentrumsbauern, mit dessen Hilfe er einen Königsangriff vorbereitete. Gerd kämpfte weiter und als ich das nächste Mal auf sein Brett schaute, war ER es plötzlich, der gefährliche Mattdrohungen aufstellte. Kurz darauf überraschte Gerd seinen Gegner mit einem schönen einzügigen Matt: 2:0. Erfreulich war wenig später die Entscheidung von Rafets Gegner, mit einer Figur mehr Remis zu bieten: 2,5:0,5. Artur verlor dann aus irgendeinem Grund: 2,5:1,5.

Die restlichen 4 Partien waren zäher. Etwas Optimismus machte sich breit, als Martin mit einer Bauerngabel Dame + Läufer bedrohte. Willy kam mit einer klar dominanten Stellung aus der Eröffnung heraus, eine seiner Geheimwaffen, wie er mir nach der Partie mitteilte. Josef spielte sich schnell in ein Endspiel mit einem Bauern weniger, dafür aber aktiver Königsstellung. Wiktors Partie war wie gewohnt noch in einem komplizierten Mittelspiel.

Josef hatte gerade ein Remisangebot erhalten und aufgrund obiger Einschätzung erlaubte ich ihm, es anzunehmen. Er entschied sich jedoch weiterzuspielen und das völlig zurecht! Durch seine aktive Königsstellung konnte er niemals in Nachteil kommen. An einer Stelle sah es sogar so aus, als könne Josef einen wichtigen Bauern gewinnen, was er jedoch nicht spielte. Bald eineigten sich die Kontrahenten auf ein verdientes Remis. Schön weitergekämpft Josef: 3:2.

Willy konnte seine dominante Stellung ausbauen und in einen klaren Punkt verwandeln: 4:2. Derweil hatte sich die Martins Stellung völlig gewandelt. Anscheinend habe ich die Bauerngabel doch falsch eingeschätzt, da er sich nun mit zwei Bauern weniger mit einem verlorenen Endspiel auseinandersetzten musste. Dieses ging dann auch wenig später verloren: 4:3.

Wiktor konnte seinen Raumvorteil nutzen und nach der Zeitkontrolle mit einem Bauern mehr in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Da jedoch noch jeweils ein Turm und zwei Leichtfiguren auf dem Brett standen, spielte er auf Remis, um den Mannschaftssieg zu sichern. Das gelang ohne Mühe und der Mannschaftssieg war perfekt: 4,5:3,5.

Glückwunsch an alle zum Klassenerhalt!

 




FÜNFTE: Vorsprung durch Technik
Bericht von Johannes Stöckel

Waren zuletzt Zweifel an der Erstklassentauglichkeit der FÜNFTEN aufgekommen, so überstrahlte man diesmal den Sternenhaufen unserer Nachbargalaxie im Berliner Schachuniversum (gemeint ist die 3. Mannschaft von Hertha/Eckbauer) unübersehbar. Der Gravitation des Schwarzen Abstiegs-Loches ist man damit so gut wie entronnen ...

Nahezu mit Lichtgeschwindigkeit gelang es Björn an Brett 2, die Stellung zu vereinfachen, wenngleich es noch einige Züge länger dauerte, bis Björns Remissignal auf Resonanz stieß. Ein ermutigender Auftakt, war damit doch einer der 1900er des Gegners bereits neutralisiert. Etwas länger dauerte es, bis auch an Brett 3 Frieden geschlossen wurde, als  Johannes nach Blick auf die anderen Bretter das Angebot seines Gegners zur Punkteteilung annahm: 1:1.

An diesen anderen Brettern waren nämlich mit einer Ausnahme aussichtsreiche, wenn nicht sogar schon technisch gewonnene Stellungen auszumachen. An Brett 4 (Guido W.) fiel die Entscheidung allerdings erst, als der Gegner nur die Hälfte einer doppelten Fesselung wahrnahm, was ihn eine Figur kostete. Zuvor hatte Guido zwei Leichtfiguren für Turm und Bauer gegeben und dadurch zwei starke Freibauern im Zentrum gebildet. Nach dem Patzer des Gegners hatte er keine Mühe mehr, mit seinen Schwerfiguren ein Mattnetz zu knüpfen, das sich dann, beginnend mit einem taktischen Einschlag, zuzog: 2:1.

Auch Heinz' Stellung an Brett 6 sah vielversprechend aus. Doch nach dem Verlust der Qualität in Zeitnot reichte sein gefährlicher Königsangriff nur zu einem Remis durch Stellungswiederholung. Anders an Brett 7, wo Oliver nach Meinung des Berichterstatters die Partie des Tages spielte (Prädikat: konsequent): Oliver hatte schon bald die Initiative ergriffen und konnte seinen positionellen Vorteil, gestützt auf einen gefährlichen Freibauern, der schließlich die 7. Reihe erreichte, kontinuierlich ausbauen. Als schließlich entscheidende Materialverluste unvermeidlich wurden, übersah der Gegner in dem Bemühen, diese zu minimieren, ein einzügiges Matt: 3,5:1,5.

Weniger Durchhaltevermögen besaß heute leider Leon (Brett 5). Hier hatte sich das Geschehen schon bald zugespitzt, doch dann ging es lange Zeit nicht recht "voran" (was vor allem am hohen Bedenkzeitverbrauch beider Spieler und weniger an fehlender Dynamik lag). Ich persönlich sah Leon - Bauernwalze am Königsflügel, Dame in des Gegners Stellung am Damenflügel - klar im Vorteil. Dann opferte der Gegner einen Läufer für zwei Bauern am Königsflügel. Ob erzwungen oder nicht (eher Letzteres), korrekt oder nicht (eher Letzteres), entzieht sich meiner Kenntnis, jedenfalls verlor Leon die Übersicht und in der Folge eine glatte Figur. Das Weitere war dann nur noch ein Rückzugsgefecht, das im Opfern der Dame zur Abwendung einer Mattdrohung und der bald danach folgenden Aufgabe endete: 3,5: 2,5.

An Brett 1 hatte Guido F. inzwischen die Qualität gewonnen und war mit überlegenen Kräften und einmal mehr überlegener Technik dem gegnerischen König zu Leibe gerückt. Stütze um Stütze kam diesem abhanden, doch die Aufgabe erfolgte erst, als Guido den Monarchen - bereits mit Mehrturm - vollständig umzingelt hatte (der Vollständigkeit halber: Auf diese Weise wurde der zweite 1900er nicht nur neutralisiert, sondern eliminiert): 4,5:2,5.

Den Schlusspunkt setzte schließlich Robert, bei dem die Eröffnung zwar nicht zu seiner Zufriedenheit verlief, der aber danach das wenig planvolle Spiel seines Gegners knallhart widerlegte und bestrafte, und so noch auf 5,5:2,5 erhöhte. So kann sich die FÜNFTE verspätet nun doch auf nun noch zwei Runden entspanntes "Auslaufen" in der BMM freuen ...



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