"Westpokal 2016: Der Pott bleibt im Revier von Weisse Dame (aktualisiert: Fotos)"

Mit einem letztlich souveränen 7:3-Erfolg gegen Hertha in der Schlussrunde konnte der SC Weisse Dame den Titel zum 3. Mal in Folge erfolgreich verteidigen. So kamen Zweifel auf, ob Wanderpokal noch eine zeitgemäße Bezeichnung für die Trophäe ist ...


Autor: Johannes Stöckel (Bericht) - Fotos: Heinz Uhl / Cord Wischhöfer - Fototexte: Christian Greiser




 


Foto Heinz Uhl: Achim Schilly überreicht Cord Wischhöfer den Westpokal 2016


Und noch einige weitere Fotos von
Heinz Uhl und Cord Wischhöfer vom letzten Spieltag des Westpokals 2016:


Foto - Heinz Uhl: Siegesfeier mit WeDa-Hymne zur beginnenden Geisterstunde
Von links nach rechts: Cord - Manfred - Gerd - Thorsten (verdeckt) - Manfred (noch verdeckter) - Johannes - Claudia - Sebastian - Ingo - Thomas - Turnieruhr (ganz rechts oben); noch anwesend, aber bereits unsichtbar: Heinz, Heinz und Christian.



Foto links - CW: Die Spitzenpaarungen Wolfgang Stark vs Heinz Uhl (remis) und Manfred Lenhardt vs Michael Hirche (1:0)
Foto Mitte - CW: Die ersten sechs Bretter - etwas eingetrübt (Ergebnis: 4:2)
Foto rechts - CW: Tim Klaas (WeDa - DWZ 1182) vs Christian Stimmelmayr (Siem - DWZ 1479) 1:0
In dieser Stellung war Weiß am Zug und räumte mit Dh7+ nebst diversen Materialgewinnen gründlich im gegnerischen Lager auf.


Bericht BSV-Homepage von Thomas Binder


NEWS vom 06.08.2016/JS

Nach dem etwas holperigen Erstrundenauftakt gegen Eckbauer - gewonnen wurde bekanntlich dennoch mit 6:4 - wurden in den Runden 2 und 3 Siemensstadt und Hertha deutlich bezwungen, was sich auch in einem sehr komfortablen Vorsprung in der Schlusstabelle ausdrückt. Nach dem Unentschieden zwischen Eckbauer und Hertha in Runde 2 hätte zur Titelverteidigung ja bereits ein 5:5 gegen Hertha gereicht.


Die Abschlusstabelle:

 

Pl.

 

Name

 

1

 

2

 

3

 

4

 

B-P

 

M-P

1.

SC Weisse Dame

X

7

6

21½

6

2.

Hertha 06

3

X

5

14½

3

3.

SF Siemensstadt

X

6

9

2

4.

BSG Eckbauer

4

5

4

X

13

1


Zu seiner "Entschuldigung" kann der SC Weisse Dame vorbringen, dass der Spielleiter nicht müde wurde, für den Westpokal um Spieler mit "geringerer und mittlerer Spielstärke" zu werben, allerdings mit mäßigem Erfolg. So kamen dann doch überproportional viele Leistungsträger des Vereins zum Einsatz. Nun, wir werden versuchen, uns zu "bessern" ... Insgesamt kamen im Westpokal 2016 für unseren Verein immerhin 21 verschiedene Spieler zum Einsatz, denen für ihr Engagement ausdrücklich gedankt sei.

Ein dickes Lob gebührt auch dem Gastgeber der zentralen Endrunde, den SF Siemensstadt, insbesondere für die reichhaltige (und kostenfreie!) Verköstigung. Weiter danken wir ausdrücklich Hans-Joachim Schilly für die langjährige Organisation des Westpokals, die er nunmehr an einen Siemensstadt-Kollegen abgeben wird.

Lassen wir im Folgenden den letzten Wettkampf aus Weisse-Dame-Sicht in Reihenfolge der Partiebeendigung Revue passieren:


Die Einzelergebnisse:

 

SC Weisse Dame – CFC Hertha 06

Heinz Uhl (2106)

½ : ½

Wolfgang Stark (2022)

Manfred Lenhardt (2148)

1 : 0

Michael Hirche (1857)

Cord Wischhöfer (2044)

1 : 0

Dr. Ferenc Toth (1924)

Thomas Heerde (2008)

1 : 0

Dr. Christoph Wagner (1783)

Gerd Biebelmann (1958)

0 : 1

Reinhart Paul (1818)

Sebastian Böhne (1863)

½ : ½

Michael Dziallas (1780)

Thomas Kögler (1839)

1 : 0

Manfred Weiser (1664)

Jörg Francke (1778)

½ : ½

Werner Langer (1694)

Norbert Bartoszek (1440)

½ : ½

Karsten Roloff (1495)

Tim Klaas (1182)

1 : 0

Christian Stimmelmayr (1479)

 

7 : 3

 


Sämtliche Ergebnisse des diesjährigen Westpokals finden sich auf der Turnierseite der SF Siemensstadt

An Brett 3 verwaltete Cords Gegner nach der hier wie im Weiteren bescheidenen Einschätzung des Berichterstatters bereits ausgangs der Eröffnung eine Stellungsruine, für die er nicht über genügend Kompensation in Form von größerer Aktivität und Angriffschancen verfügte. Der Versuch, ein Grundlinienmattmotiv auszunutzen, schlug fehl. Stattdessen gewann Cord eine Figur und kurz darauf die Partie. 1:0

An Brett 10 gab Tim sein Pflichtspieldebüt für unseren Verein. Beide Spieler schienen sich zunächst in dieser Partie im Geschenke-Machen gegenseitig überbieten zu wollen. Zunächst kostete Tim der Verlust eines Bauern seinen Stellungsvorteil. Dann stellte sein Gegner glatt eine Figur ein und Tim stand klar auf Sieg. Doch offensichtlich euphorisiert durch wunderbare Angriffsideen, griff Tim daneben und musste sich von einer Qualität verabschieden. Nun stand sein Läuferpaar gegen Turm plus Bauer des Gegners, dessen Figuren allerdings besser platziert waren. Allerdings war es nun wiederum Tims Gegner, der durch eine folgenschwere taktische Fehleinschätzung beim Angriff weiteres Material verlor, was die Partie sofort und nunmehr endgültig zu Tims Gunsten entschied. Herzlichen Glückwunsch! 2:0

Nach seiner Partie an Brett 9 haderte Norbert noch mit einem offensichtlich unvorteilhaften Turmtausch, der ihn seine leicht aktivere Stellung kostete. So mündete die Partie in ein Leichtfigurenendspiel, in dem Norbert noch etwas Vorsicht walten lassen musste, um sicher das Remis zu halten. In Bezug auf den Titel bedeutete der Zwischenstand von 2,5:0,5 bereits die "halbe Miete".

Thomas K. spielte an Brett 7 eine schöne, konsequente Partie. Als Schwarzer konnte er einen Springer auf c4 platzieren, der viele Felder im gegnerischen Lager unter Kontrolle nahm. Der Springer unterstützte ein Vordringen am Damenflügel und ein Eindringen von Dame und dem zweiten Springer über die schwarzen Felder. Am Ende stand ein Sieg von Thomas. 3,5:0,5

Dass ein Läuferpaar keineswegs stärker sein muss als 2 Springer, zeigte sich an Brett 8. Während Jörg sich noch mit seiner zuvor vernachlässigten Entwicklung beschäftigen musste, konnte sein Gegner bereits geradlinig seine einfachen, aber wirkungsvollen Pläne im Zentrum verfolgen. Es gelang Jörg jedoch, das Gleichgewicht zu halten und sogar in ein für ihn vorteilhaftes Endspiel "Läufer gegen Springer" abzuwickeln. Der Gegner behielt aber alle Einbruchsfelder mit Springer und König unter Kontrolle, so dass am Ende ein Remis stand.

Beim Zwischenstand von nun 4:1 vergab Sebastian an Brett 6 den 1. Matchball. Mit 2 gesunden Mehrbauern klar auf Gewinn stehend, musste er nach einem taktischen Versehen der gröberen Art seine Dame für Turm und Springer des Gegners geben. Sofern es mit Turm, Läufer und 2 Mehrbauern gegen Dame noch Gewinnchancen gab - sein König stand recht sicher - hätte deren Realisierung wohl höchster technischer Präzision bedurft. Sebastian probierte es, musste später nach dem Verlust eines Bauern aber doch ins Remis einwilligen. 4,5:1,5

Auch die Partie, die noch vor der von Sebastian zuende ging, brachte noch nicht die endgültige Entscheidung: An Brett 5 kassierte Gerd die einzige Niederlage der Mannschaft. Lange Zeit war die Partie durch eine bemerkenswerte Konstellation bestimmt: Gerd verfügte noch über beide Zentralbauern, der Gegner hatte keinen mehr, übte jedoch erheblichen Druck auf Gerds zentrale Bauernkette aus, die zeitweilig auch noch einen eigenen Läufer behinderte. Aus der Auflösung dieser Situation ging Gerd mit einem Minusbauern hervor. Dennoch auf Sieg spielend, brachte Gerd ein interessantes Figuren-Scheinopfer, versäumte es aber, die Figur zu halten, was zum Verlust führte. 4,5:2,5

An Brett 1 verfügte Heinz' Gegner als Weißer lange Zeit über Raumvorteil. Heinz hielt jedoch seine Stellung umsichtig zusammen, konnte nach Abtausch der Türme die Initiative an sich reißen und mit dem h-Bauern einen gefährlichen Hebel ansetzen (Spiel gegen den Bauern f4). In der nun hoch taktischen Stellung verteidigte sich Weiß aber präzise. Die Partie blieb im Gleichgewicht und endete Remis. Der neue Zwischenstand von 5:3 bedeutete nun also die Verteidigung des Pokals, woran allerdings auch zuvor schon kaum mehr gezweifelt werden musste.

Der Verlauf von Thomas H.s Partie an Brett 4 entsprach dem von Kreuzberger Nächten, jedenfalls wie besungen ... Zunächst nahm die Partie einen geradezu schwermütigen Verlauf. Lange Zeit wurde kein Bauer, geschweige denn eine Figur geschlagen. "Aber dann, aber dann" setzte Thomas - offensichtlich zum richtigen Zeitpunkt - eine Bauernwalze am Königsflügel in Gang, die in Verbindung mit der besseren Koordination seiner Figuren erst Raum- und dann entscheidenden Materialvorteil mit sich brachte. 6:3

Wie an Brett 1, so wurde auch an Brett 2 ein strategischer Leckerbissen geboten, bei dem Manfred den Schlusspunkt zum 7:3 setzte. Die ganze Partie über wehrte sich Manfreds Gegner zäh, musste sich aber auf ein Endspiel "guter Springer gegen schlechteren Läufer" - jeweils zuzüglich Turm - einlassen. Dem Betrachter schien, als sei Manfred (erst) jetzt voll in seinem Element: Mit ausgefeilter Technik nötigte er seinem Gegner zunächst einige positionelle Zugeständnisse ab, ohne selber welche zu machen und tauschte dann die Leichtfiguren zum gewonnenen Turmendspiel. Die elegante Gewinnführung in selbigem war zwar kein "Teufelswerk", ihre (frühzeitige!?) Voraussicht verdient aber allen Respekt.

Im Rahmen der an- und abschließenden Siegerehrung versicherten sich alle Amtsträger und Organisatoren gegenseitig, es sei wieder ein angenehmer und gelungener Wettbewerb gewesen ...





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