"OLNO 2011/12, 7. Runde: Herber Rückschlag im Abstiegskampf ..."

... für Greifswald ;-)


Autor: Thorsten Groß


Wie schon am Sonntag kurz berichtet, ist es der ERSTEN gelungen, durch einen 5:3-Auswärtserfolg gegen den Greifswalder SV auf den 7. Platz in der Oberliga vorzurücken.

Damit ist es uns gelungen, wieder etwas mehr Licht in die Landesliga (und die unteren Klassen der BMM) zu bringen, denn nach dem derzeitigen Tabellenstand würde der 7. Tabellenplatz für den Klassenerhalt reichen, und die Anzahl der Absteiger verringert sich in den Berliner Ligen entsprechend. Da die beiden hinter uns liegenden Mannschaften von Greifswald und Friesen (im letzten Jahr noch beinahe aufgestiegen!) in der 9. Runde noch gegeneinander spielen, sind aber noch ein bis zwei weitere Mannschaftspunkte nötig, um halbwegs sicher zu sein. Gegen den starken Aufsteiger Neuruppin und gegen die ebenfalls nicht schwache Bundesliga-Reserve der Schachfreunde haben wir noch zwei Gelegenheiten zu punkten. Außerdem müssen wir darauf vertrauen, dass in der 2. Bundesliga nicht alle drei Berliner Mannschaften zugleich absteigen.

Nun aber zurück zum Mannschaftskampf: Nach mehreren Jahren „Glück“ mussten wir diesmal das weite Auswärtsspiel nach Greifswald antreten. Sechs von acht Spielern reisten daher bereits am Samstag an, und übernachteten in Greifswald. Am Abend vor dem Spiel machten wir dann die Altstadt von Greifswald unsicher, und kehrten im „Alten Fritz“ ein (Nein, dieser Fritz hatte nichts mit dem gleichnamigen Schachprogramm zu tun!). Weil Greifswald eine Kleinstadt ist, lief uns dort natürlich prompt einer der Greifswalder Spieler über den Weg ...

Nach dem ausgiebigen Frühstück im Hotel hatten wir es nur wenige Meter bis zum Brett, denn praktischerweise genau in diesem fand auch der Mannschaftskampf statt. Wir traten in Stammbesetzung an, und auch Greifswald war in einer relativ normalen Aufstellung angetreten. Lediglich an Brett 6 nahm erstmals in dieser Saison ein altgedienter WEISSE-DAME-Spieler Platz.


Thomas Grzesik, auf dem Foto (leider etwas verdeckt) gegen Martin Kaiser spielend, war nämlich in den 70er Jahren drei Mal Clubmeister, und je ein Mal Pokalsieger und Blitzmeister. Kurz zusammengefasst ist er einer von nur 10 "Königen der WEISSEN DAME" in unserer Ruhmeshalle. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen - leider gab es an diesem Brett keine Geschenke für uns.

Zunächst sah es nicht so gut aus für uns. Insbesondere Kai-Gerrit war offensichtlich die Eröffnung verunglückt, ohne dass es an einem der anderen Bretter ähnlich gut für uns aussah. Erst nach drei Stunden dann das erste zählbare Ergebnis: Ingo nahm ein Remisangebot seines Gegners an. Angesichts der knapp werdenden Zeit war das sicherlich gerechtfertigt. 0,5:0,5


Kurz vor der Zeitkontrolle gingen wir dann durch mich in Führung. Ein Springer, den ich mitten auf dem Brett fesseln und schließlich gewinnen konnte, bewahrte mich vor einem langen Endspiel mit Verwertung eines Mehrbauern. Fast zur gleichen Zeit gewann Alexander ein Turmendspiel gegen den Ex-Kreuzberger Richard Valet (Turmendspiele! Wir sollten mehr Turmendspiele spielen!). In beiden Partien hatten wir übrigens vorher Remisangebote abgelehnt. 2,5:0,5

Kurz nach der Zeitkontrolle gab dann Martin gegen Thomas Grzesik auf, als er – in bereits schwieriger Stellung – einen Turm einstellte. Dieses wurde dann aber ausgeglichen durch den Gewinn von Achim, der diesmal 1.e4 e5 2.d3 (!) als Eröffnung auspackte. Nach späterem f6 von Schwarz besaß Achim einen weißfeldrigen Röntgenläufer, der dann im weiteren Verlauf auch die Partie entschied: 3,5:1,5

Nun liefen noch drei Partien, von denen aber Hendriks bereits seit einiger Zeit deutlich besser für uns stand. Mit einer Mehrqualität im Rücken, gelang ihm sogar ein Matt bei vollem Brett und damit der entscheidende Punkt für den Mannschaftserfolg: 4,5:1,5


Von den beiden restlichen Partien kämpfte Cord zwar lange, aber letztlich vergeblich. Bei knapper Zeit hatte er den wichtigen Bauern auf d4 eingestellt. Nachdem die schwarzen Bauern ins Laufen kamen, war die Partie schnell vorüber. Kai-Gerrit hingegen war in einem Endspiel Springer gegen Läufer gelandet, weil sein Gegner fälschlicherweise annahm, dass der Springer gefangen sei. Trotz eines Minusbauern versuchte Kai noch, die geschlossene Stellung auf Gewinn zu spielen. Das gelang aber nicht, und schließlich gab es ein Remis durch eine dreifache Stellungswiederholung. Endstand: 5:3

Alle Partien lassen sich übrigens auf der Homepage des Greifswalder SV nachspielen, wo auch ein Bericht aus deren Sicht zu finden ist.

Bei den Heimspielen der ERSTEN sind meist relativ viele Kiebitze anwesend, und auch bei Auswärtsspielen sind eigentlich fast immer einige Schlachtenbummler dabei. Dass wir allerdings auch in Greifswald Unterstützung durch einen treuen Fan erhalten, war nicht unbedingt zu erwarten. Daher ein Sonderlob und Dankeschön an Manfred, der drei Stunden Anreise (und drei Stunden Rückfahrt) nach Greifswald auf sich nahm, um uns zu unterstützen! Zum guten Schluss ist hier der fotografische Beweis:





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