"OLNO 2015/16 - 5. Runde: Black is back! von und mit Cäpt`n Kai (aktualisiert) "

3,5:4,5 gegen Schachfreunde II; durch die bereits dritte Niederlage mit dem knappsten aller schlechten Ergebnisse verharrt die ERSTE weiterhin im Tabellenkeller.


Autor: Kai-Gerrit Venske / Christian Greiser / Thorsten Groß


19.01.2016/KGV

BLACK IS BACK

(von und mit Cäpt’n Kai)

Gestern bekamen unsere treuen Fans wieder einiges geboten- oder, wie Stammkiebitz Robert Schmidt meinte: „Eigentlich wollte ich nur kurz vorbeischauen, um dann noch im Hellen mit dem Fahrrad zurückzukommen- aber das ging bei so viel Spannung - wieder einmal ! - einfach nicht“, woraufhin er es sich nicht einmal nehmen ließ, uns im Anschluss noch zum „Leichenschmaus“ zum Mexikaner zu begleiten.

Diesmal besonders skurril: ab Brett 3 gewannen durchweg alle Schwarzbretter- hatte etwa gestern der Gott des Konters ein Stelldichein mit Caissa?!

Die erste Partie entschied sich erst kurz vor der Zeitkontrolle- die meinige an Brett 3 gegen FM Christoph Nogly. Genau, d e r Christoph Nogly- mein Trauma-Gegner aus dem Abstieg bedeutenden Kampf vor einigen Jahren, als ich nach durchaus starker Partie mit zwei Mehrbauern und noch 2 Minuten auf der Uhr plötzlich geistig überfordert kurzzeitig den Überblick verlor und den 40. Zug nicht schnell genug ausführte. Drum setzte ich mich wohl wie damals auch gleich an Traumabrett 4 und hätte ohne einen darob irritierten Schiedsrichter Reinhard Baier vielleicht wegen falscher Aufstellung auch gleich das nächste 0:1 besorgt…

So aber gelang es mir, meinen Gegner relativ schnell recht kräftig unter Druck zu setzen. Als mir dann aber nichts mehr einfiel, um den Druck sinnvoll zu verstärken und ich in eine Abtauschphase einwilligen musste, bot ich bei wieder ausgeglichener bzw. vielleicht leicht schlechterer Position bei besserer Zeit Remis. Der Kampf war zu diesem Zeitpunkt unklar, ernsthaft Sorgen hatte ich mir bis dahin aber eigentlich nur um Achim gemacht- wie berechtigt, weiß ich nicht. Mein Gegner schätzte jedenfalls ein, dass Weiterspielen trotz knapper Zeit sinnvoll sei. Mir gelang es dann, einen Konter über die h-Linie zu initiieren, den er angesichts seiner knappen Zeit ungenügend parierte. Trotz eines zwei Züge zuvor unterlassenen sofortigen Totschlags hatte ich im 40. Zug eine klare Gewinnstellung- sein Figureneinsteller im 40. kürzte die ganze Angelegenheit dann aber konsequent ab.

Kaum hatte ich mich mit ihm in Norberts Reich zum Analysieren begeben, berichtete Robert von einem 3:2. Ich dachte, er meinte meinen nunmehrigen auch für mich in der Tat höchst überraschenden Score, aber weit gefehlt- etliche Partien waren plötzlich entschieden.

Ingo hatte nämlich an Brett 7 sogleich nachgelegt gegen eine WFM Martina Skogvall, die trotz aller Versuche, mit taktischer Schärfe ihre Stellungsprobleme zu lösen, nicht gegen seine durchdachte und vorsichtige, gleichsam giftige Spielweise ankam.

Cord hatte an Brett 8 seinerseits gegen Jens Kretzschmann passen müssen. Nach einem umkämpften Übergang von Eröffnung zum Mittelspiel ging die Solidität seiner Stellung verloren; irgendwann war dann sein König – ich meine unter Figurenopfer – blank, was wohl zum Qualitäts- und Partieverlust führte. Passiert bei Cord nicht oft, aber es passiert!

Auch Yannick hatte es an Brett 6 gegen Felix Nötzel plötzlich erwischt. Irgendwie wirkte er schon trotz passabler Stellung die ganze Partie lang etwas neben sich stehend und verbrauchte horrende viel Zeit, bis er sich für einen Angriffsplan entschieden hatte- leider dann doch unpräzise, was zum Konter und – in beginnender Zeitnot – zu inadäquater Antwort darauf führte.

Dann begann ich schon mit Heinz Uhl zu schimpfen, weil er über seine Stellung sprach, bis er mir zu meiner Überraschung mitteilte, dass dies schließlich sein gutes Recht sei, (nicht nur, weil er der Recht schaffen-d-en Profession angehöre, sondern) weil er doch die Partie soeben entschieden habe, und das auch noch zu seinen Gunsten. Und dies an Brett 5 gegen Udo Hoffmann. Nach einer recht ausgeglichen verlaufenen Eröffnung, bei der sich inkl. der Damen schon einiges heruntergetauscht hatte, packte Heinz ein überraschendes und irgendwie anrüchig wirkendes Qualitätsopfer aus, das – egal, ob es nun Genie oder Wahnsinn gewesen sein mag - seinen Gegner immer stärker beschäftigte, bis dieser sich schließlich geschlagen geben musste. Somit wurde Heinz endlich einmal für eine seiner zahlreichen couragierten Leistungen belohnt- sein erster erspielter Sieg in seinem ersten Oberliga-Jahr für uns nach langer Zeit.

Also 3:2. Und drei Partien liefen noch. Hendrik hatte an Brett 1 gegen IM Marco Baldauf lange Zeit gut mitgehalten und bis zum 38. Zug war wohl noch alles o.k. In beiderseitiger Zeitnot machte Hendrik aber die größeren Fehler, sodass es seinem Gegner nach der Zeitkontrolle nicht mehr allzu schwer fiel, mit Hilfe seines Läuferpaars den Sieg einzufahren. Für Hendrik, der es am ersten Brett in diesem Jahr nicht gerade leicht hat, nach eigenem Bekunden aber bislang zumindest die spielerisch beste Niederlage.

Achim hatte an Brett 2 gegen IM Zbigniew Strzemiecki eine – soweit ich das mitbekommen habe – eher krude zu nennende Partie hinter sich. Aus meiner Sicht geriet er anfangs schnell unter Druck, speziell seine Dame hatte Probleme, einen sicheren Ort zu finden- jedenfalls nichts für schwache Nerven. Als ich nach der ersten Zeitkontrolle wieder schaute, hatte er eine hochkomplexe Stellung in einem Endspiel mit Turm und jeweils zwei Leichtfiguren, in der er einen Mehrbauern sein Eigen nennen durfte. Zwischenzeitlich war trotzdem er es, der unter Druck geraten zu schien. Als er nach stundenlangem Spiel quasi nur noch mit Inkrement spielte, ging er nicht nur allen Stellungswiederholungen aus dem Wege, sondern verteidigte sich überdies geschickt, konnte sich befreien und nötigte seinen Gegner, per Turmtausch in ein Endspiel Springer gegen Läufer bei 2 einzelnen Randbauern gegen einen gegnerischen zentralen Freibauern abzuwickeln. Dieses war wenn überhaupt (wahrscheinlich nicht) nur sehr schwer zu gewinnen; schließlich unterlief ihm eine dreimalige Stellungswiederholung, die sein Gegner sofort erkannte und reklamierte und die zu Achims Verblüffung zum sofortigen Remis führte. Ob da aber trotz der zuvor sicherlich bravourösen Leistung ansonsten ein anderes Ergebnis zustande gekommen wäre, darf eher bezweifelt wären.

So war es Franko an Brett 4 gegen FM Joachim Wintzer überlassen, in Seeschlange Nr. 2 zumindest das Remis zur schlussendlich (mindestens) verdient gewesenen Punkteteilung zu erzielen. Dieses hätte er per Zugwiederholung kurz vor meinem eingangs erwähnten Sieg schon einmal haben können, unterließ dies aber aufgrund der bis dahin unklaren Kräfteverhältnisse. Im Endspiel blieb ihm nun bei beiderseits weitgehend aufgebrauchter Zeit nichts weiter übrig, als bei gegenseitig ziemlich verschachtelten Bauernketten und einem gegnerischen Springer mit seinem Läufer alles dichtzuhalten, bis sein Gegner schließlich in den Tausch der Leichtfiguren einwilligte, weil er anders nicht mehr vorankam. Dann noch ein präziser Königszug mit Verbleib in der Brettmitte, und das Remis wäre wohl unausweichlich gewesen- aber nach 8 Stunden übersah Franko das Zwischenopfer eines gegnerischen Bauern, das zum Einbruch des Königs führte und zu einem faszinierenden Endspiel, das sein Gegner mit großer Ruhe und Übersicht zum Sieg führte.

Wie glücklich unsere Gegner den Ausgang des Kampfes bewertet haben, kann der begierige Leser gerne in dem angenehm objektiven Bericht von Martina Skogvall auf des Gegners Homepage nachverfolgen, der insbesondere die Dramatik der beiden letzten Partien gut wiedergibt.

Alles in allem eine unglückliche Niederlage gegen den nunmehrigen Tabellenführer Schachfreunde II (Makkabi – ohne IM Brener angetreten - verlor überraschend gegen Greifswald). Es wirkte – wie schon in den letzten drei Runden – nicht unbedingt so, dass hier der künftige Absteiger gegen schier übermächtige Gegner spielte. Aber knapp daneben ist eben auch vorbei und so bleibt uns nur der Trost, den sicherlich nicht gerade Rettung verheißenden neunten Tabellenplatz brettpunktetechnisch weiter gefestigt zu haben. Natürlich stellen wir uns die Frage, was passieren muss, damit uns Caissa wieder wohlgesonnener ist und die erspielten Brettpunkte auch einmal auf die richtigen Runden verteilt, damit es nicht nur bei Brettpunkten bleibt. Sind wir zu ausrechenbar, wenn wir als einzige Mannschaft bislang in Stammaufstellung durchgespielt haben- ist das der Grund? Wohl kaum, denn sonst hätte es auf den Brettern nach der Eröffnungsphase sicherlich anders ausgesehen. Wir haben bewiesen, dass wir zu einigem fähig sind, obwohl wir bislang in gewisser Weise ausrechenbar gewesen sein dürften.

Alles in allem sollten wir es mit Gelassenheit angehen. Der letzte Gegner war nicht nur nominell der große Favorit auf den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga, er trat auch trotz einiger überraschender Ausfälle noch immer mit einer klar favorisierten Mannschaft an- zumindest an den ersten 5 Brettern. Und genau dort konnten wir ein ausgeglichenes Ergebnis schaffen! Es heißt also: anknüpfen an die insgesamt keineswegs schlechte Leistung und darauf bauen, dass gegen die momentan zweiterfolgreichste Mannschaft der Liga in zwei Wochen dann auch einmal etwas Zählbares herausspringt, wenn wir wieder einmal in die Höhle des Löwen nach Greifswald fahren.

Bis dahin bleibt uns nichts weiter, als uns in Bescheidenheit zu üben und am Wunder zu arbeiten. Auf ein solches hoffend verbleibe ich – den Hut ziehend nicht nur vor unseren unermüdlichen Fans, Schrippen-Commandantes, Manne-Substituten (danke an Norbert und zuletzt am Freitag an Heinz L.; Grüße an das erkrankte Original- Cords einzigen Freund…!) sowie dem ungebrochenen Teamgeist meiner Mannschaft

Euer Captain Kai



Bericht bei SFB


18.01.2016/CG








16.01.2016/TG

Bisher läuft es in dieser Oberliga-Saison wirklich nicht rund für die ERSTE, und nun kommt mit dem Tabellenzweiten, der Bundesligareserve der Schachfreunde Berlin, ein weiterer dicker Brocken. Mannschaftsführer Kai hat daher bescheidenere Ziele ausgegeben und möchte zunächst den derzeitigen 9. Tabellenplatz festigen. Am Sonntagabend wird man wissen, ob dieses Ziel erreicht wurde.

Gespielt wird am Sonntag ab 11 Uhr in der Peter-Ustinov-Schule, Eingang Trendelenburgstraße 1. Schlachtenbummler sind natürlich wie immer herzlich willkommen!

Zum Bundesliga-Ergebnisdienst

 

Mannschaft

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Sp

MP

BP

1.

TuS Makkabi Berlin

 + 

4

?

 

 

 

 

4

7

19½

2.

Schachfreunde Berlin II

4

 + 

 

 

 

5

 

 ?

4

7

19

3.

Greifswalder SV

?

 

 + 

4

 

 

4

 

4

6

17

4.

SK König Tegel II

 

4

 + 

?

6

 

5

 

 

4

5

18½

5.

SC Empor Potsdam

 

 

?

 + 

 

 

4

4

15

6.

TSG Oberschöneweide

 

 

 

2

 + 

?

3

 

4

4

15

7.

ESV Lok RAW Cottbus

3

4

 

 

?

 + 

 

 

4

3

15

8.

TSG Neuruppin

 

 

3

5

 

 + 

 

?

4

2

15

9.

SC Weisse Dame

?

 

 

 

 

 + 

4

4

1

13½

10.

Pneumant Fürstenwalde

 

 

 

 

?

4

 + 

4

1

12½






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