"BMM 2015/16 - 5. Runde: Fünf mal Zugzwang ... (2. Aktualisierung)"

... und zahlreiche Aussetzer ergeben am Ende 50 Prozent der möglichen Mannschaftspunkte. Alle Details dieser Gleichung in der nachfolgenden Berichterstattung (inzwischen vorliegend: 2., 3. (neu), 4. und 5. Mannschaft).


Autor: Johannes Stöckel / Vincent Kather / Ralf Mohrmann /Manfred Lenhardt / Heinz Uhl



Die Staffelauslosung bescherte uns heute ein fast komplettes Vereinstreffen mit dem SC Zugzwang 95. Gleich fünf Mannschaften aus Prenzlauer Berg reisten zum Lietzensee an. Aussetzer, sprich Spielerausfälle, gab es diesmal auf unserer Seite schon zahlreiche, bevor die Uhren überhaupt angedrückt wurden. 

Die ZWEITE spielte als einzige gegen einen "Süd-West"-Verein und festigte mit einen Sieg ihren Spitzenplatz.

Die personell arg gebeutelte DRITTE konnte gegen ein starkes Spitzenteam aus Pankow erwartungsgemäß nur Schadensbegrenzung betreiben.

Kleine Schritte in Richtung Klassenerhalt machten VIERTE und FÜNFTE, die sich nach wechselndem "Glück" an den Einzelbrettern schlussendlich die Punkte mit ihren Gegnern teilten.

Dagegen wurde in der SECHSTEN zwar gegen "Sorgenfrei" verloren, doch 
nach dem Mannschaftssieg muss sich die SECHSTE wohl keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen.

Die SIEBTE sammelte heute vermutlich mehr Erfahrung als Punkte ...



Bilanz nach der 5. Runde
                         
  5. Spieltag     Platz MP Brettpunkte
WeDa 2 5,0 : 3,0   SV Königsjäger Süd-West 1. 9 : 1 26,5 / 40
WeDa 3 2,5 : 5,5   SC Zugzwang 95 I 6. 4 : 6 18,5 / 40
WeDa 4 4,0 : 4,0   SC Zugzwang 95 III 7. 5 : 5 19,0 / 40
WeDa 5 4,0 : 4,0   SC Zugzwang 95 II 6. 5 : 5 20,0 / 40
WeDa 6 5,0 : 3,0   SC Zugzwang 95 IV 3. 6 : 4 18,5 / 40
WeDa 7 0,5 : 5,5   SC Zugzwang 95 VI 6. 3 : 7 10,5 / 30
BP 21,0 : 25,0      gesamt:       113,0 / 230
MP 6,0 : 6,0      gesamt: 32 : 28      
 






ZWEITE: Mit hart erkämpften 5:3-Sieg weiter an der Tabellenspitze
Bericht von Ralf Mohrmann

Der 5. Spieltag bescherte uns nach zwei klar gewonnen Matches mit dem SV Königsjäger Süd-West wieder einen starken Gegner. Wir hatten uns darauf vorbereitet indem wir ebenfalls ein starkes Team aufboten.  

Das Match verlief sehr lange ausgeglichen auch nach 2 Stunden war noch keine klare Tendenz zu erkennen. Die erste Entscheidung des Tages fiel an Brett 3, wo Martin gegen Brigitte von Herman spielte. Von außen sah es zunächst so aus, als würde Martin ein vorteilhaftes Endspiel erreicht haben. Später drehte sich diese Einschätzung und Martin geriet in ein Netz aus Drohungen, die er nicht mehr parieren konnte und verlor. Entlastung kam von Manfred, der am 8. Brett eine sehr solide Katalanische Partie spielte. Er konnte seinen positionellen Vorteil in ein gewonnenes Endspiel abwickeln und es stand 1:1.

Stefan spielte an Brett 4 ebenfalls eine Katalanische Partie wobei der Gegner den c4-Bauern geschluckt hatte. Stefan bekam dafür Gegenspiel, das letztlich seinen Gegner zu einem Remisangebot bewegte, das Stefan annahm. An Brett 1 spielte Alexander erstmals in dieser Saison für uns. Seine Partie war von Anfang an sehr ausgeglichen. Seine Versuche im Mittel- und Endspiel einen Vorteil zu erreichen scheiterten an seinem guten Gegner: 2:2.

Sehr gut in Form war Wolfram an Brett 6, der seinen Gegner stark unter Druck setzte und schließlich einen Königsangriff startete. Mit einem Figurenopfer öffnete er die Stellung und sein Gegner verlor auf Grund der schwierigen Stellung durch Zeitüberschreitung. Ebenfalls sehr solide spielte Sebastian mit Schwarz an Brett 7 gegen einen starken Gegner. Er einigte sich, als sich der Mannschaftssieg abzeichnete, schließlich auf Remis. Ebenfalls unentschieden endete meine Partie am 5. Brett. Nach einer verunglückten Königsindischen Eröffnung mit Verluststellung drehte in Zeitnot der Vorteil zu meiner Seite um. Weitere Fehler am Ende der Zeitnot ließen mich ein Remisangebot meines Gegners annehmen: 4:3. Den Schlusspunkt setzte schließlich unser Vorsitzender Thorsten: In einer Französischen Partie hatte er früh Vorteil erlangt und konnte diesen auch materiell untermauern. Thorsten musste dann aber sehr genau spielen, um sehr komplizierte Fallen seines Gegenüber zu entschärfen. Das gelang ihm aber und es stand 5:3 für uns. 

Mit diesem Sieg haben wir einen guten Schritt nach vorn gemacht, aber es warten noch weitere starke Gegner auf uns. Trotzdem können wir mit der bisher gezeigten Leistung sehr zufrieden sein. Wir stehen mit 9:1 Mannschaftspunkten an der Tabellenspitze.

SC Weisse Dame 2

SV Königsjäger Süd-West

5,0 : 3,0

202

Alexander Kysucan

2105

102

Thomas Leyrer

1947

½:½

203

Thorsten Groß

2075

103

Thomas Deutschmann

2013

1:0

205

Martin Kaiser

2053

104

Brigitte von Herman

2012

0:1

206

Stefan Prange

2062

105

Veit Godoj

1915

½:½

207

Ralf Mohrmann

2034

106

Wilfried Malcher

1965

½:½

210

Wolfram Steiner

1879

109

Jakob Hartmann

1919

1:0

211

Sebastian Böhne

1922

201

Roman Rabinovich

1957

½:½

304

Manfred Lenhardt

2076

210

Ludwig Seelentag

1768

1:0

 



DRITTE: Eine Niederlage, die Hoffnung macht

Bericht von Manfred Lenhardt und Heinz Uhl (Foto/Fototext)

Die erste Mannschaft des SC Zugzwang 95 konnte uns deutlich mit 5,5:2,5 besiegen. An den meisten Brettern waren wir DWZ-mäßig mit bis zu 300 Punkten deutlich unterlegen, lediglich Christians und Josefs Gegner waren halbwegs in Reichweite.

Leider begann der Wettkampf mit schlechten Vorzeichen. Aus verschiedenen Gründen fehlten einige Stammspieler, so dass wir Brett 2 nicht besetzten und nach einer halben Stunde mit 0:1 zurücklagen.

Für den positiven Auftakt sorgte Jörg Francke (Brett 6). Im Mittelspiel war alles ausgeglichen und der gegenseitige Respekt führte zum Remis. Doch dann zog Zugzwang davon. Thomas Heerde (Brett 1), Thomas Kögler (Brett 5) und Gerd Borris (Brett 8) hielten lange stand, mussten letztlich aber doch die Überlegenheit der Gegner anerkennen.

Damit stand es nach der Zeitkontrolle bereits 0,5:4,5 gegen uns, doch die laufenden Partien verliefen erfreulich. Mirza Hasic (Brett 3) hatte früh die Initiative ergriffen und immer wieder gefährliche Drohungen und Opfermöglichkeiten aufgestellt. Bei knapper Zeit klappte es dann und Mirza konnte den weißen König vom Königsflügel zum Damenflügel schicken und wieder zurückjagen und dabei mehrere Bauern gewinnen. Dann noch das drohende Dauerschach umschifft und der Sieg war in trockenen Tüchern.

Der als Schiedsrichter tätige Heinz Uhl fand die Zeit einen Schnappschuss aus der Partie an Brett 3 zwischen René Schildt und Mírca Hasić festzuhalten. Er beschreibt die Szene wie folgt:

Mit seinem letzten Zug vor der Zeitkontrolle leitete Mirza eine <<petite combinaison>> ein, indem er durch das Bauernopfer 40...c4! 41.Lxc4 den weißen Läufer auf d3 von der Deckung des Bauern auf e4 ab- sowie zur Ermöglichung eines Eindringens seines Turmes zugleich von der d-Linie weglenkte.


Renè Schildt (ZuZw, DWZ 2055) vs Mirza Hasic (WeDa, DWZ 1861) 0:1

In der auf dem Foto abgebildeten Stellung folgte nach 41...Td2+ 42.Ka1 Lxe4 43.Dh3 Lf5 (leitet die Vertreibung der weißen Dame von der dritten Reihe ein und erzwingt damit die Aufgabe der Deckung des Bauern auf c3) 44.Df3 g4 45.Da8+ Kg7 46.Tc1 mit 46...Td1! die Pointe der Zugfolge: Jetzt droht 47...Dxc3#, wobei sich aus gleichem Grund natürlich auch ein Schlagen des Turmes verbietet. Nach 47.Kb2 Txc1 48.Kxc1 Dxc3+ 49.Kd1 Lc2+ 50.Ke2 De3+ 51.Kf1 hätte 51...g3+! 52.Kg2 (52.Dg2 Dc1+ 53.Ke2 Dd1#) 52...Df2+ 53.Kh3 Lf5+ 54.Kh4 h6! das Matt zwar am schnellsten forciert, aber auch Mírza verwertete seinen klaren Vorteil souverän.“

Christian Greiser (Brett 4) hatte im Mittelspiel unter Bauernopfer eine interessante Idee verfolgt: den gegnerischen schwarzen Turm auf b2, c2 oder e2 einzuklemmen und abzuholen. Da sich Schwarz dann doch befreien konnte, hatte Christian einen Bauern weniger, aber mit dem Läuferpaar und den gegnerischen Bauernschwächen ausreichend Kompensation. Zum Schluss sicherten ungleichfarbige Läufer das Remis.

Unser Jugendspieler Josef Gelman (Brett 7) zeige bei seinem Debüt in der dritten Mannschaft eine gute Leistung und steuerte einen weiteren halben Punkt bei. Er geriet zwar in eine passive Stellung, doch umsichtig hatte er alle Drohungen und Einbruchsfelder unter Kontrolle, so dass nach etwa 5,5 Stunden das Remis akzeptiert wurde.

Die bisher abgeschlagenen Mannschaften von Mattnetz und Kreuzberg 2 konnten leider ihre ersten Siege einfahren, so dass die Teams in der unteren Tabellenhälfte der Stadtliga A alle zusammengerückt sind.

In der nächsten Runde geht es gegen Friedrichshagen, denen wir auf Augenhöhe begegnen. Ein Sieg ist drin!


 

VIERTE: "Knappes Unentschieden" 
Bericht von Vincent Kather

Es schien vor diesem Mannschaftskampf besonders lange zu dauern, bis die Mannschaften 3 bis 5 fertig aufgestellt waren, hier auch nochmal mein Dank an Johannes, Claudia und Weitere, die mir diese Aufgabe, in einer ohnehin schon stressigen Woche, abgenommen haben. Wie sich später herausstellen sollte, wurden jedoch genau die richtigen Entscheidungen getroffen.

Die ersten 2 Stunden verliefen ohne größere Ereignisse. Willy war in der Lage seinen Gegner äußerst in die Enge zu treiben, diesen Vorteil wandelte er wenig später in einen vollen Punkt um. Kurz darauf kam Tobias zu mir und informierte mich, dass er ein Remisangebot erhalten habe. Beim Stand von 1:0 willigte ich ein: 1,5:0,5. Martin war leider nicht in der Lage gegen August Hohn genug Widerstand zu leisten und verlor seine Partie: 1,5:1,5.

Da ich nun selber äußerst in meine Partie eingebunden war und das Brett nicht verlassen konnte, kamen für mich die Ergebnisse Schlag auf Schlag. Ich erfuhr, dass Dr. Nuristani in einem Läuferendspiel leider unter die Räder geriet und verlor. Kurz darauf hatte Wiktor am ersten Brett seinen Vorteil in einen Punkt verwandelt, dem wenig später auch Rafet folgte: 3,5:2,5. Zwei wichtige Siege! Rafet mit einer 100%-Quote in der VIERTEN ist mittlerweile ein gern gesehener Ersatzspieler. In einem theoretisch remisen Endspiel traf ich zu viele falsche Entscheidungen und wurde wenig später von meinem Gegner dafür bestraft: 3,5:3,5.

Nur unser Jungtalent Kevin spielte noch, seine Stellung ließ jedoch eher Zweifel als Hoffnung zu. In einem Endspiel mit Läufer + 5 Bauern standen ihm 2 Läufer + 3 Bauern gegenüber. Zu allem Überfluss hatte er auch noch einen äußersten Zeitnachteil. Er behielt jedoch die Nerven und schob seine 2 verbundenen Zentrumsfreibauern mutig nach vorn. Auch als ein weiterer Randbauer von ihm fiel, übte er weiter Dominanz mit seinen immer gefährlicher werdenden Bauern aus. Mithilfe seines aktiven Königs war er in der Lage, einem mittlerweile eingesperrten Läufer die letzten Felder zu nehmen. Kurze Zeit später gewann er diesen Läufer für seine 2 Freibauern. Die nun ungleichfarbigen Läufer konnten sich nicht mehr bedrängen und wie es gute Schachspieler voraussehen, verfügte Kevin ebenfalls über den richtigen Läufer um das Umwandlungsfeld des entfernten Freibauern zu kontrollieren. Mit nur noch 2 Minuten auf der Uhr (kein Inkrement) und gestärkt von seinem Wissen, dass die Stellung remis sei, beantwortete er die letzten Gewinnversuche seines Gegners a tempo, bis dieser einsah, dass Remis der einzig noch mögliche Ausgang der Partie ist. Starke Leistung Kevin! 4:4.

Gegen Ende schien schon einiges verloren zu sein, doch diese Szenarien wurden glücklicher Weise keine Wahrheit. Ein wichtiger Punkt gegen einen Tabellennachbarn. 



FÜNFTE: Glas halbvoll - oder halbleer?
Bericht von Johannes Stöckel

Nach dem schönen Auswärtssieg bei Lasker-Steglitz in Runde 4 sollte nun gegen einen ausgeglichen, aber nicht übermäßig stark besetzten Gegner mit einem Sieg ein vorentscheidender Schritt in Richtung Klassenerhalt getan werden.

Zu diesem Zweck verzichtete der Spielleiter auf einen Einsatz von Mannschaftsleiter Norbert, was mangels Ersatzspielern in 4. und 5. Mannschaft - angesichts des üppigen Spielerpools schwer vorstellbar, aber Tatsache - zur Folge hatte, dass in der 3. Mannschaft ein Brett frei bleiben musste. Qualität statt Quantität war also die Strategie und nicht zuletzt dank Neuzugang Robert Radke schien die FÜNFTE bestens gerüstet.

Was wäre Schach indes ohne überraschende Ergebnisse?! Während Jan (Brett 3), Porat (Brett 7) und Robert (Brett 8) gegen schwächere oder  ebenbürtige Gegner allesamt verloren - 2 Punkte hätte man aus diesen Partien erwartet - konnten Leon (Brett 4) und Johannes (Brett 2) gegen stärkere Gegner jeweils einen vollen Punkt einfahren, was der Mannschaft unter dem Strich einen Punkt rettete. Eine nette "Kurzpartie" (Dauer fast 3,5h) gelang dabei Johannes, der mit dem 17. Zug ein Manöver einleiten konnte, das zweizügig die sehr zugig in der Brettmitte postierte, gegnerische Dame fing.

Die übrigen Ergebnisse entsprachen den Erwartungen: Heinz (Brett 5) und Oliver (Brett 6) spielten remis. Schade dabei, dass Oliver eine klare Bauernmehrheit nicht verwerten konnte, weil er in ein Dauerschach geriet. Guido (Brett 1) schließlich erwies sich einmal mehr als "Bank" und holte den vollen Punkt. Sah es auch zwischenzeitlich so aus, als drohe die Partie nach einigen Vereinfachungen trotz relativ exponiertem König des Gegners zu verflachen, so setzte sich am Ende doch Guidos variablere Position und Spielkunst durch.  

Fazit: Mit dem 4:4 hält man Zugzwang II auf Distanz und hat dank der übrigen Ergebnisse in der Staffel nach 5 von 9 Runden beruhigende 4 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Angesichts des Restprogramms erscheint ein Klassenerhalt zwar sehr wahrscheinlich, doch Vorsicht und Konzentration bleiben geboten: In der unteren Tabellenhälfte kann letztlich jeder jeden schlagen.



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